Pokémon-Karten graden lassen: PSA, CGC oder BGS?

Wer Pokémon-Karten graden lassen will, hat die drei großen Anbieter inzwischen in Deutschland: PSA in Frankfurt, CGC in München und Beckett (BGS) in Lage. Sie unterscheiden sich bei Preis, Subgrades und vor allem darin, was ihre Slabs beim Wiederverkauf bringen. Hier der ehrliche Vergleich, mit Preisen in Euro (Stand: September 2026).

PSA, CGC und BGS im Vergleich

Kurz gesagt: PSA ist am teuersten, erzielt aber die höchsten Wiederverkaufspreise. CGC ist die günstigste der großen drei, BGS die einzige mit vier Subgrades als Standard. Alle drei graden jetzt in Deutschland, der Umweg über die USA fällt weg.

PSACGCBGS (Beckett)
Standort in DeutschlandFrankfurt am Main, Einsendungen aus der EU seit 15. September 2026München, Grading vor Ort seit Dezember 2023Lage (NRW), Grading vor Ort seit Januar 2025
Günstigste Stufe (Einsendung in Deutschland)Standard: 49,99 € Einführungspreis (regulär 59,99 €), Kartenwert bis 900 €Economy: ca. 22,61 € inkl. MwSt.Base: zuletzt ca. 23 € inkl. MwSt., mit Subgrades
Bezahlte Mitgliedschaft nötigNein, in Frankfurt reicht ein kostenloses Collectors-KontoNeinNein
SubgradesNeinOptionalJa, das Markenzeichen von Beckett
Höchste NotePSA 10 Gem MintCGC 10 PristineBlack Label 10 (alle vier Subgrades 10)
Ruf am MarktHöchste Wiederverkaufspreise und schnellster Verkauf bei Pokémon-KartenGünstig, wird immer breiter akzeptiertGeschätzt für Subgrades; Black Labels erzielen hohe Aufschläge

Die Gebühren ändern sich häufig. Prüf vor dem Einsenden immer die aktuelle Preisliste auf der offiziellen Seite des Anbieters.

Für diese Karten zählt die Entscheidung

Aktuelle Rohpreise (ungegradet) der teuersten Karten aus 18.445 Karten mit Marktpreis, Stand Oktober 2026. Welcher Slab später drumherum sitzt, entscheidet, was obendrauf kommt.

Die Preise sind US-Marktpreise von TCGplayer in USD. Beträge in Landeswährung sind Näherungswerte, umgerechnet zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 9. Oktober 2026.

Ripdex zeigt TCGplayer-Marktpreise in US-Dollar für englische Drucke (US-Markt), der Euro-Wert ist nur umgerechnet. Für deutsche Karten filterst du auf Cardmarket die Angebote nach Sprache. Die verlinkten Kartenseiten sind auf Englisch.

Pokémon-Karten in Deutschland graden lassen: Frankfurt, München, Lage

Früher lief PSA-Grading aus Deutschland über die USA, meist über Einsende-Services, mit langem Hin- und Rückversand. Das ist vorbei: Alle drei großen Anbieter graden inzwischen im Land. Du schickst deine Karten direkt an den deutschen Standort und zahlst in Euro.

  • PSA Frankfurt: Seit dem 15. September 2026 können Sammler aus allen EU-Ländern direkt bei PSA in Frankfurt am Main einreichen. Du brauchst ein kostenloses Collectors-Konto, eine bezahlte Mitgliedschaft ist nicht nötig. Eingesendet wird per Versand; eine persönliche Abgabe gibt es laut folio.fyi (Stand 24.09.2026) nicht. Ob die Preise die Mehrwertsteuer enthalten, steht auf der Preisseite laut folio.fyi nicht ausdrücklich.
  • CGC München: CGC nimmt seit März 2023 in München Einsendungen an und gradet dort seit Dezember 2023 komplett vor Ort. Economy kostet laut deutscher Preisliste ca. 22,61 € inklusive Mehrwertsteuer. Die Bestnote ist CGC 10 Pristine.
  • Beckett Lage: Beckett gradet seit Januar 2025 in Lage (NRW), und zwar komplett vor Ort, inklusive Black Label. Die Base-Stufe lag zuletzt bei ca. 23 € inklusive Mehrwertsteuer, Subgrades sind dabei. Laut KaraCardz hat Beckett die günstigen Stufen im Sommer 2026 wegen hoher Nachfrage vorübergehend geschlossen, und bei unserer Prüfung im September 2026war die EU-Seite im Wartungsmodus. Schau dort vor dem Einsenden nach den aktuellen Stufen.

PSA Frankfurt: Service-Stufen und Preise

Standard und Priority starten mit Einführungspreisen. Die rechte Spalte zeigt, bis zu welchem Kartenwert du die jeweilige Stufe nutzen darfst. Quelle: folio.fyi, Stand 24.09.2026.

StufePreis pro KarteBearbeitungMax. Kartenwert
Standard49,99 € (regulär 59,99 €)80–90 Werktagebis 900 €
Priority69,99 € (regulär 79,99 €)70–80 Werktagebis 1.300 €
Express199 €25–30 Werktagebis 2.200 €
Super Express349 €25–30 Werktagebis 4.500 €
Premier599 €25–30 Werktagebis 9.000 €

Wie sich die Gebühr gegen den Mehrwert einer PSA 10 rechnet, zeigt unser Ratgeber zu den Grading-Kosten.

Deutsche Grading-Anbieter: GSG, AOG und PGS

Neben den großen drei gibt es deutsche Anbieter, die ähnlich viel oder weniger kosten und oft schneller sind. Der Haken: Laut Opas Laden sind GSG-Slabs vor allem im deutschsprachigen Raum gefragt und international wenig akzeptiert, AOG-Slabs ebenfalls nur begrenzt. Für die eigene Sammlung oder den Verkauf hierzulande passt das, für den internationalen Wiederverkauf eher nicht.

  • GSG (Gold-Standard-Grading): Ab 20,99 € pro Karte ohne Subgrades, ab 23,99 € mit Subgrades, Mengenrabatt ab 10 Karten. Bis die Karten zurück sind, vergehen laut GSG etwa sechs Wochen.
  • AOG (Absolute Objective Grading): Sitz in Schwaig bei Nürnberg, arbeitet mit Software-Unterstützung. Standard kostet 23,90 € pro Karte (bis zu 45 Werktage), Express 43,90 € (höchstens 10 Werktage).
  • PGS (Platin Grading Service): Anbieter aus Köln. Ab einer Gesamtnote von 7 sind die Subgrades laut AOG-Übersicht immer im Preis enthalten.

Welcher Anbieter passt zu dir?

Du willst bald verkaufen

PSA. Die Slabs bringen bei Pokémon-Karten meist die höchsten Preise und gehen am schnellsten weg. Bei Karten, die sich überhaupt zum Graden eignen, holt der Aufpreis die Gebühr in der Regel wieder rein.

Du gradest für deine eigene Sammlung

CGC oder BGS. Schutz und Echtheitsprüfung sind gleichwertig, die Gebühren niedriger, und der Wiederverkaufsaufschlag spielt bei Karten, die du behältst, keine Rolle. Auch GSG oder AOG kommen hier infrage.

Du hast eine makellose moderne Karte

BGS lohnt sich als Wette auf das Black Label: Viermal 10 kann mehr bringen als eine PSA 10. Prüf die Karte vorher streng mit unserem Zustands-Guide.

Du reichst viele Karten auf einmal ein

Vergleiche die günstigen Stufen: CGC Economy liegt bei ca. 22,61 €, Beckett Base zuletzt bei ca. 23 €, PSA Standard in Frankfurt bei 49,99 €. Bei GSG gibt es ab 10 Karten Mengenrabatt. Rechne den Break-even pro Karte, nicht pro Einsendung.

Den Zustand vorher ehrlich einschätzen hilft bei jeder Wahl: Unser Zustands-Guide zeigt, worauf Grader bei Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche achten.

Lohnt es sich, Pokémon-Karten graden zu lassen?

Nur bei Karten mit genug Wert und nahezu perfektem Zustand. Deutsche Ratgeber wie KaraCardz nennen als Faustregel: Unter etwa 30 € Rohwert rechnet sich Grading praktisch nie. Anders sieht es aus, wenn du eine Karte aus persönlichen Gründen schützen willst. Ab etwa 30 € rechnest du: Preis als Slab minus Rohpreis muss die Gebühr samt Versand klar übersteigen.

  • Rohwert prüfen: für englische Karten mit Ripdex, für deutsche über die deutschen Angebote auf Cardmarket.
  • Slab-Preise vergleichen: verkaufte Artikel auf eBay zeigen, was eine PSA 10, CGC 10 oder BGS 9.5 derselben Karte tatsächlich gebracht hat.

Häufige Fragen: PSA vs. CGC vs. BGS

Welcher Grading-Anbieter ist der beste für Pokémon-Karten?

Für den Wiederverkauf meist PSA: PSA-Slabs erzielen bei Pokémon-Karten in der Regel die höchsten Preise und verkaufen sich am schnellsten. Genau dafür zahlst du die höheren Gebühren. CGC ist die günstige Wahl mit breiter Akzeptanz, BGS der Spezialist für Subgrades, dessen Black Label 10 einen eigenen Aufschlag hat. Für die meisten Karten, die verkauft werden sollen, bleibt PSA der Standard.

Wo kann man in Deutschland Pokémon-Karten graden lassen?

Bei allen drei großen Anbietern direkt in Deutschland: PSA nimmt seit dem 15. September 2026 Einsendungen aus der EU in Frankfurt am Main an, CGC gradet in München und Beckett (BGS) in Lage in Nordrhein-Westfalen. Dazu kommen deutsche Anbieter wie GSG, AOG und PGS. Bei PSA Frankfurt geht die Einsendung laut folio.fyi (Stand 24.09.2026) nur per Versand, eine persönliche Abgabe gibt es noch nicht.

Was kostet es, Pokémon-Karten graden zu lassen?

Stand September 2026: PSA Frankfurt beginnt bei 49,99 € pro Karte (Standard, Einführungspreis, regulär 59,99 €, Kartenwert bis 900 €). CGC Economy kostet in München ca. 22,61 € inklusive Mehrwertsteuer, Beckett Base in Lage zuletzt ca. 23 € mit Subgrades. Die deutschen Anbieter GSG und AOG liegen bei rund 21 bis 24 € pro Karte. Schnellere Stufen und höhere Kartenwerte kosten deutlich mehr, prüf also vor dem Einsenden die aktuelle Preisliste.

Bringt eine PSA 10 mehr als eine CGC 10?

Oft ja, bei gleicher Note. Vergleiche verkaufter Artikel auf großen Marktplätzen zeigen regelmäßig, dass eine PSA 10 mehr bringt als eine CGC 10 oder BGS 9.5 derselben Karte. Deshalb nehmen Wiederverkäufer die höhere PSA-Gebühr in Kauf. Die wichtige Ausnahme ist das BGS Black Label 10, das eine PSA 10 übertreffen kann. Behältst du die Karte, schützt sie der günstigere Slab genauso gut.

Sind deutsche Anbieter wie GSG oder AOG eine Alternative?

Für die eigene Sammlung oder den Verkauf im deutschsprachigen Raum ja. GSG verlangt ab 20,99 € pro Karte (mit Subgrades ab 23,99 €), AOG für die Standard-Stufe 23,90 €. Laut Opas Laden eignen sich GSG-Slabs vor allem für den Handel im deutschsprachigen Raum, und AOG-Slabs sind international nur begrenzt akzeptiert. Willst du eine Karte international verkaufen, führt an PSA, CGC oder BGS kaum ein Weg vorbei.

Was ist ein BGS Black Label?

Eine BGS 10, bei der alle vier Subgrades (Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche) jeweils eine perfekte 10 sind. Das ist schon per Definition selten, und Sammler zahlen dafür deutliche Aufschläge.

Erste Frage: Lohnt sich das Graden bei dieser Karte überhaupt?

Scanne englische Karten mit Ripdex und sieh sofort den aktuellen Rohpreis. Dann rechnest du den Break-even, bevor du einem Grader Geld zahlst. Die App ist kostenlos.

Laden im App StoreJetzt bei Google Play

Weitere Ratgeber

Quellen (Stand: September 2026)

Alle Preise, Standorte und Daten zu den Grading-Anbietern auf dieser Seite haben wir im September 2026 bei diesen Quellen geprüft.