Sind japanische Pokémon-Karten mehr wert?
Markt · Veröffentlicht am 21. Juli 2026 · 8 Min. Lesezeit · von Sándor
Kurze Antwort: meistens nicht. Für dieselbe Karte kostet die japanische Version in der Regel weniger als die englische. Beim Wert japanischer Pokémon-Karten lohnt sich trotzdem ein zweiter Blick, denn genau in den Ausnahmen steckt das Geld. Wer in Deutschland sammelt, hat dabei meist drei Sprachen im Blick: Deutsch, Englisch und Japanisch.
Die Karten unten sind typische Kandidaten für diese Frage: Chase-Karten, deren Artwork es in mehreren Sprachen gibt, hier mit ihren aktuellen Preisen für die englische Ausgabe. Das sind US-Marktpreise von TCGplayer in US-Dollar, der Euro-Betrag ist nur umgerechnet. Für deutsche und japanische Drucke ist Cardmarket die Referenz, dort filterst du die Angebote nach Sprache. Die Kartenseiten hinter den Bildern sind auf Englisch.




Deutsche Namen der Pokémon: Umbreon VMAX (Nachtara), Umbreon ex (Nachtara).
Die Preise sind US-Marktpreise von TCGplayer in USD. Beträge in Landeswährung sind Näherungswerte, umgerechnet zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 9. Oktober 2026.
Warum japanische Einzelkarten meist günstiger sind
Japan druckt viele Karten. Die Auflagen sind großzügig, bei hoher Nachfrage wird schnell nachgedruckt, und im Heimatmarkt werden riesige Mengen Booster geöffnet. Mehr Angebot beim selben Artwork heißt bei den meisten Einzelkarten niedrigere Preise. Eine englische Chase-Karte und ihr japanischer Zwilling sehen im Ordner gleich aus, werden aber oft zu ganz anderen Preisen gehandelt, und beim Kauf ist die japanische Version meistens die günstigere.
Genauso wichtig ist der Käuferkreis. Westliche Sammler verkaufen meist in westliche Märkte weiter, und dort sind englische Karten der Standard, hierzulande neben deutschen. Laut PokeZentrum ist der Markt für japanische Karten in Deutschland etwas kleiner, auch wenn ihre Beliebtheit seit Jahren steigt. Weniger Bieter für japanische Exemplare drücken den Preis, ganz unabhängig von der Auflage.
Japanische, deutsche und englische Pokémon-Karten auf Cardmarket im Vergleich
Auf Cardmarket greift die Faustregel nicht immer. Wir haben am 24. September 2026 für drei bekannte Karten das günstigste Angebot in Near Mint oder besser verglichen, getrennt nach Sprache. Bei der Illustration Rare kostete die japanische Version rund ein Viertel der englischen. Bei den zwei Top-Karten war sie die teuerste der drei Sprachen.
| Karte | Englisch | Deutsch | Japanisch |
|---|---|---|---|
| Charmander (Glumanda), Illustration Rare 151 #168 · japanisch: Pokémon Card 151 #168 | 75,00 € | 84,00 € | 19,50 € |
| Charizard ex (Glurak), Special Illustration Rare 151 #199 · japanisch: Pokémon Card 151 #201 | 320,00 € | 280,00 € | 349,00 € |
| Umbreon VMAX (Nachtara), Alt Art Evolving Skies (Drachenwandel) #215 · japanisch: Eevee Heroes #095 | 1.630,00 € | 1.600,00 € | 2.395,00 € |
Günstigstes Angebot je Sprache in Near Mint oder besser, Stand 24. September 2026. Das sind Angebotspreise auf Cardmarket, keine Verkaufspreise und keine Ripdex-Daten, und drei Karten sind eine Stichprobe, keine Statistik. Das Artwork ist in jeder Zeile dasselbe; die japanischen Seltenheiten heißen nur anders (AR statt Illustration Rare, SAR statt Special Illustration Rare).
- Karten aus dem Mittelfeld: Hier passt die Regel. Die japanische Glumanda-Karte war mit 19,50 € die mit Abstand günstigste.
- Top-Karten: Bei Glurak-ex und Nachtara-VMAX war die japanische Version am teuersten. Das deckt sich mit PokeZentrum: Mit gefragten japanischen Karten erzielst du auch in Deutschland sehr gute Preise.
- Deutsch gegen Englisch: Mal höher, mal niedriger. Glumanda war auf Deutsch teurer, Glurak-ex günstiger, Nachtara-VMAX fast gleich.
- Achtung, koreanische Angebote: Japanische Karten haben auf Cardmarket eigene Produktseiten, und dort stehen auch koreanische Karten, oft deutlich günstiger. Stell den Sprachfilter auf Japanisch, sonst vergleichst du die falsche Karte.
Sind deutsche Pokémon-Karten weniger wert als englische?
Da sind sich die deutschen Ratgeber nicht einig. PokeZentrum geht bei deutschen und englischen Karten in der Regel von einem ähnlichen Verkaufswert aus. CardCosmos sieht deutsche Karten im Allgemeinen unter englischen und japanischen, weil deren Nachfrage und Sammlerbasis größer sind und viele internationale Sammler englische Karten bevorzugen.
Das Kleinanzeigen-Magazin sagt es so: Auch deutsche Karten können einen beachtlichen Sammlerwert erreichen, internationale Rekordpreise wie englische oder japanische Raritäten erzielen sie aber in der Regel nicht. Unsere Stichprobe oben passt eher zu PokeZentrum: Die deutschen Angebote wichen nur um knapp 2 bis gut 12 % von den englischen ab, mal nach oben, mal nach unten.
- Andere Sprachen: Französische, spanische und italienische Karten sind in Deutschland weniger gefragt, Sammler zahlen dafür hier im Allgemeinen weniger. Auch koreanische Karten sind laut PokeZentrum normalerweise nicht so wertvoll wie deutsche, englische oder japanische.
- Eine Produktseite, viele Sprachen: Auf Cardmarket teilen sich deutsche und englische Karten eine Produktseite. Die Sprache ist ein Merkmal des einzelnen Angebots, also filterst du danach. Beim Verkaufen gibst du sie immer korrekt an.
- Vintage: Deutsche Erstauflagen mit dem Stempel „Edition 1“ erschienen wie die englische 1st Edition von 1999 bis 2002 in zehn Erweiterungen. Mehr dazu im Ratgeber zu 1st-Edition-Karten.
Druckqualität: Der gute Ruf stimmt, hat aber zwei Seiten
Japanische Drucke haben bei Gradern einen sehr guten Ruf: bessere Zentrierung, weniger Oberflächenfehler direkt aus dem Booster. Wenn du ein Exemplar mit hoher Note suchst, kommst du mit einer japanischen Karte oft schneller ans Ziel. Die Kehrseite: Japanische Gem-Mint-Exemplare sind weniger selten, eben weil so viele in bestem Zustand überleben. Knappheit treibt die Aufschläge für gegradete Karten, und 10er, die leichter zu bekommen sind, sind billigere 10er.
Einschicken ist seit Kurzem einfacher: Seit dem 15. September 2026 nimmt PSA Einsendungen von Sammlern aus der EU direkt in Frankfurt an. Was PSA-Grading kostet und ab wann es sich rechnet, steht im Ratgeber zu den Grading-Kosten. Wie weit PSA 9 und PSA 10 im Preis auseinanderliegen, zeigt unser Artikel PSA 10 gegen PSA 9.
Wann japanische Karten wirklich mehr wert sind
- Japan-exklusive Karten. Promos und Sets, die nie auf Englisch oder Deutsch erschienen sind, haben keinen günstigeren Zwilling als Konkurrenz. Trophäenkarten von japanischen Turnieren und Kampagnen-Promos stehen ganz oben im Hobby. Das bekannteste Beispiel ist Pikachu Illustrator: Die Karte wurde 1998 als Preis bei Zeichenwettbewerben des japanischen Manga-Magazins CoroCoro Comic vergeben und nie regulär verkauft. Ein Exemplar in PSA 10 wechselte am 16. Februar 2026 bei Goldin für 16.492.000 US-Dollar den Besitzer, laut Guinness World Records die teuerste Sammelkarte, die je versteigert wurde.
- Erstauftritte. Japan bekommt die meisten Karten zuerst. Für manche Sammler ist der japanische Originaldruck der historisch wichtige, und diesen Vorrang lassen sie sich etwas kosten, vor allem bei Vintage. Auch bei modernen Karten kommt das vor: Die Nachtara-VMAX-Alt-Art erschien in Japan am 28. Mai 2021 in Eevee Heroes, drei Monate vor der deutschen und englischen Ausgabe in Drachenwandel (27. August 2021). In unserer Stichprobe war die japanische Version die teuerste.
- Eigenheiten bei Vintage. Manche älteren japanischen Drucke hatten effektiv eine kleinere Auflage als ihre späteren englischen Versionen, und das dreht das übliche Verhältnis um. Dazu kommt: In Japan gab es anfangs gar keine 1. Edition, sie kam erst 2001 mit Pokémon VS und lief bis zur XY-Serie 2016. Laut PokeZentrum sind japanische 1.-Edition-Karten oft sogar zahlreicher als die unlimitierten. Bei Vintage prüfst du also jede Karte einzeln, statt die moderne Faustregel anzuwenden.
Lohnt es sich, japanische Booster zu kaufen?
Zum Öffnen oft ja, als Weg zu wertvollen Einzelkarten eher nicht. Laut PokeZentrum enthalten japanische Booster je nach Erweiterung 5, 6, 7 oder 10 Karten, ein japanisches Display 10, 20 oder 30 Packs. Deutsche Displays haben 18 oder 36 Packs mit normalerweise 10 Karten. Weil weniger Karten drin sind, sind japanische Displays meist günstiger als deutsche.
Bei aktuellen japanischen Displays sind die Pull-Rates laut PokeZentrum außerdem garantiert, in deutschen und englischen Displays ist die Verteilung Zufall. Wer gern öffnet und schöne Karten sammelt, bekommt also viel fürs Geld. Wer auf Wiederverkauf setzt, sollte bedenken, dass viele japanische Einzelkarten günstiger gehandelt werden als ihre englischen und deutschen Zwillinge. Die Glumanda-Karte in der Tabelle oben ist ein gutes Beispiel.
So entscheidest du in der Praxis
- Prüf zuerst den aktuellen Preis der englischen Karte. Der Kartenwert-Rechner deckt jeden internationalen Druck ab (US-Marktpreise in US-Dollar).
- Vergleiche dann auf Cardmarket die deutsche, englische und japanische Version, jeweils im gleichen Zustand und mit Sprachfilter. Echte Verkaufspreise zeigt dir auf eBay.de der Filter „Verkaufte Artikel“. Die Lücke verrät dir, was der Markt denkt. Wie du den Zustand einschätzt, erklärt der Zustands-Guide.
- Kaufst du für den Ordner? Nimm die günstigere Version. Willst du später verkaufen, haben englische Karten den größten Käuferkreis, vor allem international. Hierzulande erzielen deutsche Karten laut PokeZentrum meist einen ähnlichen Preis. Gefragte japanische Karten finden auch in Deutschland ihre Käufer. Wo du am besten verkaufst, zeigt der Ratgeber Karten verkaufen.
Häufige Fragen zu japanischen Pokémon-Karten
Sind japanische Pokémon-Karten mehr wert als englische?
Bei derselben Karte meistens nicht. Japan druckt großzügig und legt oft nach, deshalb sind die meisten japanischen Einzelkarten günstiger als ihre englischen Versionen. Ausnahmen sind Japan-exklusive Karten, Promos, die Japan nie verlassen haben, ältere Karten, bei denen japanische Erstdrucke einen Sammleraufschlag erzielen, und einzelne Top-Karten, die auf Cardmarket auf Japanisch mehr kosten.
Sind deutsche Pokémon-Karten weniger wert als englische?
Da sind sich die Ratgeber nicht einig. PokeZentrum geht bei deutschen und englischen Karten in der Regel von einem ähnlichen Verkaufswert aus, CardCosmos sieht deutsche Karten niedriger, weil englische eine größere Sammlerbasis haben. In unserer Cardmarket-Stichprobe vom September 2026 lagen die deutschen Angebote mal über, mal unter den englischen. Vergleiche für deine Karte deshalb die Angebote beider Sprachen.
Warum heißt es, japanische Karten hätten die bessere Qualität?
Japanische Drucke haben seit Langem den Ruf, besser zentriert zu sein und sauberere Oberflächen zu haben. Grader sehen das in der Praxis: Gut behandelte japanische Karten erreichen häufiger hohe Noten als vergleichbare englische. Das hilft beim Verkauf gegradeter Exemplare, heißt aber auch, dass japanische Gem-Mint-Karten weniger selten sind. Das begrenzt den Aufschlag.
Zeigt Ripdex Preise für japanische Karten?
Die Ripdex-App erkennt japanische Karten neben den internationalen und zeigt für beide den US-Marktpreis von TCGplayer in US-Dollar. Das sind keine Cardmarket-Preise und keine Preise japanischer Läden. Diese Website deckt nur internationale (englische) Karten ab, die Werte gescannter japanischer Karten siehst du also in der App.
Soll ich die japanische oder die englische Version einer Chase-Karte kaufen?
Überleg, worauf es dir ankommt. Für die Vitrine und die eigene Sammlung bekommst du mit der japanischen Version meist dasselbe Artwork für weniger Geld. Prüf das aber auf Cardmarket, denn bei manchen Top-Karten ist es umgekehrt. Für den Wiederverkauf haben englische Karten den größten internationalen Käuferkreis und meist die höhere Preisobergrenze. Deutsche Karten erzielen laut PokeZentrum in der Regel einen ähnlichen Verkaufswert wie englische.
Kann man japanische Karten in Deutschland gut verkaufen?
Ja, vor allem gefragte Karten. Laut PokeZentrum ist der Markt für japanische Karten hierzulande etwas kleiner, ihre Beliebtheit steigt aber seit Jahren, und mit gefragten japanischen Karten erzielst du auch in Deutschland sehr gute Preise. Auf Cardmarket haben japanische Karten eigene Produktseiten. Dort stehen auch koreanische Angebote, deshalb gibst du beim Einstellen die Sprache immer korrekt an, und Käufer filtern danach.
Noch ein Hinweis zum Umfang: Diese Website erfasst internationale (englische) Karten mit US-Marktpreisen von TCGplayer. Die Ripdex-App erkennt auch japanische Karten und zeigt deren US-Marktpreis in US-Dollar. Liegt vor dir also ein Stapel japanischer Karten, ist der Kartenscanner der schnellste Weg herauszufinden, was darin steckt. Für deutsche Karten bleibt Cardmarket die Preisreferenz.
Quellen
Alle Angaben zu Cardmarket, Erscheinungsterminen, Auflagen und PSA geprüft im September 2026.
- Cardmarket: Glumanda (MEW 168): günstigste Angebote auf Englisch und Deutsch in Near Mint oder besser, 24. September 2026
- Cardmarket: Glumanda (sv2a 168, japanisch): günstigstes japanisches Angebot, dazu koreanische Angebote auf derselben Seite, 24. September 2026
- Cardmarket: Glurak ex (MEW 199): günstigste Angebote auf Englisch und Deutsch in Near Mint oder besser, 24. September 2026
- Cardmarket: Glurak ex (sv2a 201, japanisch): günstigstes japanisches Angebot, 24. September 2026
- Cardmarket: Nachtara VMAX (EVS 215): günstigste Angebote auf Englisch und Deutsch in Near Mint oder besser, 24. September 2026
- Cardmarket: Nachtara VMAX (s6a 095, japanisch): günstigstes japanisches Angebot, dazu koreanische Angebote auf derselben Seite, 24. September 2026
- Cardmarket-Hilfe: Pokémon-Karten finden und anbieten: japanische Karten haben eigene Produktseiten, Sprache als Merkmal jedes Angebots
- PokeZentrum: Pokémon-Karten-Wert ermitteln: ähnlicher Wert deutscher und englischer Karten, japanischer Markt in Deutschland, weniger gefragte Sprachen, eBay-Filter
- CardCosmos: Alles, was du über den Wert von Pokémon-Karten wissen musst: deutsche Karten im Allgemeinen weniger wert als englische und japanische
- Kleinanzeigen-Magazin: Das sind Pokémon-Karten wert: deutsche Karten ohne internationale Rekordpreise
- PokeZentrum: Japanische Pokémon-Displays kaufen (Juli 2026): Karten pro Booster, Packs pro Display, garantierte Pull-Rates, Preis im Vergleich zu deutschen Displays
- PokeZentrum: Was sind 1.-Edition-Pokémon-Karten?: deutsche und englische 1. Edition 1999 bis 2002, japanische 1. Edition von 2001 bis 2016
- Serebii: Eevee Heroes (englisch): japanischer Erscheinungstermin 28. Mai 2021, Karten und Illustratoren
- PokéWiki: Drachenwandel: Erscheinungstermin auf Deutsch und Englisch 27. August 2021
- Serebii: 151 und Pokémon Card 151 (englisch): Kartennummern und Illustratoren der englischen und japanischen Ausgabe
- Guinness World Records: teuerste versteigerte Sammelkarte (englisch): Pikachu Illustrator in PSA 10, 16.492.000 US-Dollar bei Goldin am 16. Februar 2026
- Wikipedia: teuerste Karten aus Sammelkartenspielen (englisch): Pikachu Illustrator als Preis bei Wettbewerben von CoroCoro Comic
- ICv2: PSA eröffnet PSA Europe in Frankfurt (englisch): Einsendungen aus der EU seit dem 15. September 2026