Wie viele Karten hat ein Pokémon-Deck? 60 und warum

Ratgeber · Veröffentlicht am 24. Juli 2026 · 8 Min. Lesezeit · von Sándor

Wie viele Karten hat ein Pokémon-Deck? Genau 60. Das offizielle Regelheft ist da eindeutig: keine mehr und keine weniger, ein Deck mit 59 oder 61 Karten ist ungültig. Daran hat sich seit dem Start des Spiels 1996 nichts geändert. Spannend wird es erst bei der Frage, was in diese 60 Plätze gehört und was die Regeln für die Karten in deinem Ordner bedeuten.

Kurz zusammengefasst: 60 Karten, höchstens 4 Karten mit demselben Namen (Basis-Energie ausgenommen), mindestens ein Basis-Pokémon und 6 Preiskarten. Weiter unten findest du eine typische Aufteilung, eine Anleitung zum Deckbauen und die Antwort auf die Frage, welche Kartensprachen im Turnier erlaubt sind.

Pokémon-Deck-Regeln: Das gilt für jedes Deck

Für jedes Deck in den offiziellen Turnierformaten gelten dieselben Grundregeln. Sie stehen im Regelheft und im Turnierhandbuch von Play! Pokémon. Bei Turnieren der Meisterschaftsserie gibst du vorher eine Deckliste ab, und laut Handbuch sollen mindestens 10 % der Decks geprüft werden.

  • Genau 60 Karten. Mit 59 oder 61 Karten ist das Deck ungültig, und bei einer Deckprüfung muss es exakt zur abgegebenen Liste passen.
  • Höchstens 4 Karten mit demselben Namen. Das gilt über alle Sets hinweg: Vier Karten namens Hyperball (englisch Ultra Ball) sind das Maximum, auch wenn sie aus verschiedenen Erweiterungen stammen. Deshalb sind Nachdrucke für Spieler so wichtig.
  • Basis-Energie ist unbegrenzt. Die 4-Karten-Regel gilt nicht für Basis-Energiekarten. Spezial-Energiekarten zählen dagegen ganz normal mit.
  • Mindestens ein Basis-Pokémon. Du musst das Spiel mit einem Basis-Pokémon beginnen können. Hast du keins auf der Starthand, zeigst du deinem Gegner die Hand, mischst sie zurück ins Deck und ziehst neu (Neustart). Dein Gegner darf für jeden Neustart eine Karte extra ziehen.
  • 6 Preiskarten. Zu Spielbeginn legt jeder die obersten 6 Karten seines Decks verdeckt beiseite. Für jedes gegnerische Pokémon, das du kampfunfähig machst, nimmst du eine davon auf die Hand. Wer alle sechs hat, gewinnt.
  • Nur eine ASS-KLASSE-Karte. Karten mit dem Hinweis ASS-KLASSE (englisch ACE SPEC) haben so starke Effekte, dass nur eine einzige davon ins Deck darf, egal welche.

Wie viele gleiche Karten darf ein Pokémon-Deck haben?

Vier, gezählt nach dem Namen der Karte. Ob die Karten aus verschiedenen Sets stammen oder andere Attacken haben, spielt keine Rolle. Die einzige Ausnahme sind Basis-Energiekarten, von denen du so viele spielen darfst, wie du willst. Knifflig wird es erst bei der Frage, was alles zum Namen gehört.

  • Besitzer- und Formangaben zählen zum Namen. Mauzi (Meowth), Alola-Mauzi und Rockets Mauzi sind laut Regelheft drei verschiedene Namen. Du darfst also von jedem vier Exemplare spielen. Ein Level wie „Lv. 43“ gehört dagegen nicht zum Namen.
  • Im Turnier zählt der englische Name. Das Turnierhandbuch definiert die 4-Karten-Regel über die englische Übersetzung der Karte. Ein deutscher Hyperball und ein englischer Ultra Ball sind also dieselbe Karte und zählen zusammen.
  • Sonderregeln für einzelne Kartenarten. Von ASS-KLASSE-Karten ist nur eine pro Deck erlaubt. Seit Karmesin & Purpur gibt es sie auch als Stadion- und Spezial-Energiekarten. Für Strahlende Pokémon gilt eine eigene Regel: höchstens eines pro Deck.

Typische Aufteilung: Wie viele Pokémon, Trainer und Energiekarten?

Das offizielle Regelheft empfiehlt Einsteigern etwa 12 bis 15 Energiekarten und 20 bis 25 Trainerkarten, den Rest füllen Pokémon. Turnierlisten sehen anders aus: Die meisten landen bei etwa 12 bis 20 Pokémon, 30 bis 40 Trainerkarten und 8 bis 12 Energiekarten.

KartentypEinsteigerdeck (Regelheft)Typisches Turnierdeck
Pokémonder Rest, also etwa 20–28etwa 12–20
Trainerkarten20–2530–40
Energiekarten12–158–12

Trainerkarten dominieren moderne Decks, weil Such- und Ziehkarten über die Konstanz entscheiden: Ein Hyperball holt dir das Pokémon, das du gerade brauchst, und Forschung des Professors füllt die Hand neu auf. Die Aufteilung ist aber Strategie, kein Gesetz. Ein Deck mit nur einem Angreifer kommt mit wenigen Pokémon aus, und manche Decks brechen jede der Faustregeln oben. Wenn du gerade anfängst, nimm die Liste eines aktuellen Liga-Kampfdecks und pass sie nach und nach an.

Pokémon-Deck bauen: So stellst du dein erstes Deck zusammen

Am leichtesten baust du dein erstes Pokémon-Deck, indem du ein fertiges 60-Karten-Deck umbaust, statt bei null anzufangen. Das schlägt auch das Regelheft vor. Wichtig ist nur, dass am Ende wieder genau 60 Karten im Deck liegen. So gehst du vor:

  1. Mit einem fertigen Deck starten. Liga-Kampfdecks und ex-Kampfdecks sind sofort spielbare Decks mit 60 Karten. Beide gibt es auf Deutsch; in Deutschland vertreibt Amigo das Pokémon-Sammelkartenspiel.
  2. Einen, höchstens zwei Energietypen wählen. So passen deine Energiekarten zu den Attacken, die du spielen willst. Pokémon mit farblosen Attackenkosten können jede Energie nutzen und passen deshalb in fast jedes Deck.
  3. Entwicklungslinien mehrfach einpacken. Das Regelheft rät, vom Lieblings-Pokémon vier Exemplare zu spielen und bei Entwicklungen auch von jeder Phase vier. Sonderbonbon (Rare Candy) lässt ein Basis-Pokémon Phase 1 überspringen und spart so einen Zug.
  4. Trainerkarten für Tempo. Von Itemkarten wie Hyperball darfst du pro Zug beliebig viele spielen, von Unterstützerkarten wie Forschung des Professors nur eine. Plane deshalb genug Unterstützer ein, damit du möglichst jeden Zug einen auf der Hand hast.
  5. Das Format prüfen. Laut Turnierhandbuch (Aktualisierung vom 21. Mai 2026) sind im Standardformat Karten mit den Regelzeichen H, I und J zugelassen. Das Regelzeichen ist ein einzelner Buchstabe, der auf neueren Karten aufgedruckt ist. Ältere Karten aus deinem Ordner passen ins Erweiterte Format (ab Schwarz & Weiß) oder ins Unbegrenzte Format, das alle in Deutschland erschienenen Erweiterungen zulässt. Unter Freunden entscheidet ihr ohnehin selbst.
  6. Nachzählen, testen, anpassen. Zähl nach, ob es wirklich 60 Karten sind, spiel ein paar Partien und tausch aus, was nie hilft. Rat bekommst du in einer Pokémon-Liga: Das Regelheft verweist ausdrücklich auf die Ligaleiter. Ligen in deiner Nähe findest du über den (englischsprachigen) Event Locator von Play! Pokémon.

Deutsche, englische, japanische Karten: Was darf ins Turnierdeck?

Bei Turnieren der Meisterschaftsserie in Europa sind Karten auf Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch zugelassen. Du darfst Sprachen im Deck mischen, solange die Rückseiten einheitlich sind. Japanische Karten fallen raus: Ihre Rückseite unterscheidet sich von allen anderen, deshalb gelten sie laut Turnierhandbuch als markiert.

Bei Liga-Treffen und kleineren Turnieren entscheidet der Veranstalter, welche Sprachen erlaubt sind. Frag also vorher nach. Auch die Hüllen müssen im ganzen Deck gleich aussehen. Für Sammler heißt das: Deine deutschen und englischen Karten kannst du frei kombinieren, solange du die 4-Karten-Regel nach dem englischen Namen im Blick behältst. Japanische Drucke bleiben bei offiziellen Turnieren im Ordner. Ob sie mehr wert sind als deutsche oder englische, klärt unser Beitrag Sind japanische Pokémon-Karten mehr wert?

Was die Deckregeln mit dem Kartenwert machen

Die 4-Karten-Regel treibt den Markt für Einzelkarten, ohne dass es auffällt: Jeder ernsthafte Spieler braucht genau vier Exemplare der wichtigsten Trainerkarten eines Formats, und das bei Tausenden Spielern. Deshalb kosten unscheinbare Karten manchmal überraschend viel, und deshalb bricht ihr Preis bei einem Nachdruck ein. Denn bei Nachdrucken darfst du laut Turnierhandbuch jede Version einer Karte spielen, solange Name und Text funktional identisch sind. Spieler greifen dann zum günstigsten Exemplar.

Allein von Hyperball, Sonderbonbon, Forschung des Professors und Befehl vom Boss führen wir 74 englische Drucke mit aktuellem Marktpreis. Das sind die vier teuersten:

Deutsche Namen der Karten oben: Hyperball (Ultra Ball), Sonderbonbon (Rare Candy), Befehl vom Boss (Boss's Orders).

Die Preise sind TCGplayer-Marktpreise in US-Dollar für englische Drucke (US-Markt), der Euro-Betrag ist nur umgerechnet. Für deutsche Drucke schaust du auf Cardmarket nach den deutschen Angeboten. Die Kartenseiten hinter den Bildern sind auf Englisch.

Die Preise sind US-Marktpreise von TCGplayer in USD. Beträge in Landeswährung sind Näherungswerte, umgerechnet zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 9. Oktober 2026.

Spielbarkeit und Sammlerwert bestimmen Preise auf unterschiedliche Weise: Der Wert einer Turnierkarte folgt dem Format, der Wert einer Chase-Karte folgt Seltenheit und Artwork. Auf unserer Seite Preistrends tauchen beide Sorten auf, sobald sie anziehen (US-Markt, englische Drucke). Alle Drucke einer Karte findest du in unserer Kartendatenbank.

Häufige Fragen zum Pokémon-Deck

Wie viele Karten hat ein Pokémon-Deck?

Genau 60 Karten, keine mehr und keine weniger. Ein Deck mit 59 oder 61 Karten ist laut offiziellem Regelheft ungültig, und bei großen Turnieren werden Decks kontrolliert. Innerhalb der 60 Karten darfst du höchstens 4 Karten mit demselben Namen spielen. Ausgenommen sind Basis-Energiekarten: Von ihnen darfst du so viele einpacken, wie du willst.

Wie viele gleiche Karten darf ein Pokémon-Deck haben?

Höchstens vier Karten mit demselben Namen, egal aus welchem Set. Unbegrenzt sind nur Basis-Energiekarten. Besitzer- und Formangaben gehören zum Namen: Mauzi, Alola-Mauzi und Rockets Mauzi darfst du jeweils viermal spielen. Von ASS-KLASSE-Karten ist insgesamt nur eine einzige pro Deck erlaubt.

Wie viele Pokémon sollte ein Deck haben?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Vorgeschrieben ist nur mindestens ein Basis-Pokémon, damit du das Spiel beginnen kannst. Turnierdecks spielen meist etwa 12 bis 20 Pokémon, der Rest verteilt sich auf Trainer- und Energiekarten. Je nach Strategie weichen die Zahlen aber deutlich ab.

Wie viele Energiekarten gehören in ein Deck?

Das offizielle Regelheft empfiehlt Einsteigern etwa 12 bis 15 Energiekarten in einem Deck mit 60 Karten, dazu 20 bis 25 Trainerkarten. Turnierdecks kommen oft mit 8 bis 12 Energiekarten aus und spielen dafür mehr Trainer. Beschränk dich am besten auf einen, höchstens zwei Energietypen.

Wie viele Preiskarten gibt es?

Sechs. Zu Spielbeginn legt jeder Spieler die obersten 6 Karten seines Decks verdeckt als Preiskarten beiseite. Für jedes gegnerische Pokémon, das du kampfunfähig machst, nimmst du eine davon auf die Hand, und wer seine letzte Preiskarte nimmt, gewinnt. Wird ein Pokémon-ex, Pokémon-V oder Pokémon-GX kampfunfähig, nimmt der Gegner zwei Preiskarten, bei Pokémon-VMAX und TAG TEAMs sogar drei. Genau das macht sie riskant.

Haben Liga-Kampfdecks und Themendecks auch 60 Karten?

Ja. Liga-Kampfdecks und ex-Kampfdecks sind sofort spielbare Decks mit 60 Karten, und auch die alten Themendecks bestanden in der Regel aus 60 Karten. Themendecks werden seit der Erweiterung Kampfstile nicht mehr produziert. Ein fertiges Deck ist der einfachste Weg, mit einer gültigen Liste direkt loszuspielen.

Darf ich deutsche und englische Karten in einem Deck mischen?

Ja. Laut Turnierhandbuch von Play! Pokémon sind gemischtsprachige Decks erlaubt, solange die Rückseiten einheitlich sind. Bei Turnieren der Meisterschaftsserie in Europa sind Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch zugelassen. Japanische Karten haben eine andere Rückseite und gelten deshalb als markiert. Die 4-Karten-Regel zählt nach dem englischen Kartennamen.

Du willst aus einem Schuhkarton voller alter Karten ein Deck bauen? Scanne englische Karten vorher mit dem kostenlosen Kartenscanner von Ripdex: So weißt du in wenigen Minuten, welche Karten ins Deck gehören und welche in einen Toploader. Einzelne Karten schlägst du im Kartenwert-Rechner nach, den Zustand beurteilst du mit dem Zustands-Guide. Was nicht ins Deck kommt, kannst du verkaufen: Wo das am besten geht, zeigt unser Ratgeber Karten verkaufen.

Quellen (Stand: September 2026)

Alle Regeln, Formate und Produktangaben auf dieser Seite haben wir im September 2026 bei diesen Quellen geprüft.